Am 01.08.2006 löste der Gründungszuschuss bestehende Förder­programme für alle Existenzgründer aus dem ALG 1 heraus ab. Existenzgründer erhalten nun im Zeitraum der ersten 9 Monate nach Existenzgründung einen Zuschussbetrag, der in Höhe des bisherigen ALG 1 plus 300,— Euro gezahlt wird. Erhält man zum Beispiel vor Existenzgründung 1.000,— Euro Arbeitslosengeld, so würde der Gründungszuschuss für 9 Monate nach Existenzgründung mit 1.300,— Euro pro Monat ausgezahlt werden. Nach Ablauf der 9 Monate kann nach Prüfung durch die Agentur für Arbeit eine weitere 6-Monats-Förderung beantragt werden. Diese beläuft sich dann jedoch nur noch auf 300,— Euro.

Neben einer fachkundigen Stellungnahme muss der Existenzgründer ggf. noch weitere Unterlagen, welche die Agentur für Arbeit einfordern kann, vorlegen. Dazu zählt sehr oft eine Bescheinigung über den Besuch eines Existenz­gründer­seminars oder ganz allgemein der Nachweis über die kaufmännische Eignung. Besonders Existenzgründer mit hohem ALG 1 profitieren vom Gründungs­zuschuss. Existenzgründer mit geringem ALG 1 (Lehrlinge nach Berufsausbildung) können aufgrund des geringen Gründungszuschuss im Extremfall ihre Lebens­haltungs­kosten nach Existenzgründung nicht decken und sollten deswegen Ergänzungen durch andere Zuschüsse oder Förderprogramme in Erwägung ziehen.

Antragsformulare für den Gründungszuschuss bekommen Existenzgründer bei der Agentur für Arbeit. Daran knüpft das Ausfüllen der Antragsformulare und deren Ergänzung mit Unternehmenskonzept, Rentabilitätsvorschau, Lebenslauf, Gewerbeanmeldung bzw. Steuernummer. Die Bearbeitung des Antrag auf Gründungszuschuss durch die Agentur für Arbeit dauert ca. 2—4 Wochen.

Rückzahlung Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss ist eine nicht rückzahlbare Zuwendung zur Sicherung des Lebensunterhalts während der Aufbauphase eines Unternehmens. Kann dem Existenzgründer (Zuwendungsempfänger) jedoch nachgewiesen werden, die Gelder nicht zweckgemäß eingesetzt zu haben, kann es zur anteiligen oder gesamten Rückforderung der Zuwendungen kommen.

Krankenkassenbeitrag und Gründungszuschuss

Ein Teil des Gründungszuschuss ist für die soziale Absicherung zu verwenden. Hierzu zählen Beiträge zur Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Altersvorsorge, Unfallversicherung und Berufshaftpflichtversicherung. Dies nimmt in der Summe meist einen Betrag zwischen 300,— und 500,— Euro monatlich in Anspruch.

Gründungszuschuss und GmbH Gründung

Der Gründungszuschuss kann auch bei Gründung einer GmbH gezahlt werden. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Existenzgründer Gesellschafter und Geschäftsführer und in dem Sinne selbständig ist.

Formulare für den Gründungszuschuss

Diese sind bei der zuständigen Arbeitsagentur zu bekommen. Zum Datum der Antragstellung werden diese ausgehändigt und enthalten neben dem Antrags­formular unter anderem auch das Formular zu Anforderung der fachkundigen Stellungnahme.

Förderung bei Aufnahme einer Selbständigen Tätigkeit

Bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit, welche im Haupterwerb erfolgt und auf Dauer ausgerichtet ist, kann der Existenzgründer den Gründungszuschuss beantragen. Dies erfolgt mittels Einreichung eines Businessplan und der Rentabilitätsvorschau sowie den dazugehörigen Antragsformularen.

Businessplan für Gründungszuschuss

Dieser ist notwendig, um die Förderungen der Arbeitsagentur zu erhalten. Aufbau, Inhalt und Umfang unterliegen einer klaren Definition. Ebenso notwendig ist die Erstellung einer Rentabilitätsvorschau.

Gründungszuschuss und Sperrfrist

Eine Sperrfrist steht der Bewilligung des Gründungszuschuss entgegen, da in dieser Zeit die Berechnungsgrundlage Arbeitslosengeld (ALG1) fehlt. Jedoch kann der Gründungszuschuss nach Ablauf dieser Sperrfrist beantragt werden.

Wer hat Anspruch auf einen Gründungszuschuss?

Wer eine Existenzgründung im Haupterwerb aus dem Status der Arbeitslosigkeit (jedoch nur ALG1) vollzieht, kann bei Einreichung vollständiger Unterlagen und unter Voraussetzung der Tragfähigkeit der Existenzgründung, den Gründungszuschuss beantragen.